Mehr Rom im Glas – neue Funde und spannende Erkenntnis

Shownotes

„Rheinhessen hat gepennt“, sagt Prof. Michael Matheus und meint damit: längst hätte man auch im größten deutschen Wein-Anbaugebiet eine Kelter aus römischer Zeit finden müssen. Aber bei den vielen Flurbereinigungen der vergangenen Jahrzehnte habe man dort nicht genug auf römische Reste geachtet. Was die Nahe den Rheinhessen voraus hat, welche Rolle die Römer für unsere Weinkultur spielen und welchen Beitrag zum Weinbau geleistet haben, das besprechen wir in dieser Folge mit dem Historiker und ausgewiesenen Fachmann für Weinbaugeschichte.

Dieser Podcast wurde aufgenommen im Studio Woodworks www.wood-works.de in der Waas.schen Fabrik in Geisenheim. Viel Spaß beim Reinhören und Entdecken der regionalen Weinbaugeschichte!

INFOS UND WEITERFÜHRENDE LINKS : Römischer Weinkelterfund an Nahe /Glan: neue Perspektiven zu den Anfängen der deutschen Weinbaugeschichte

https://www.geschichte-des-weines.de/home/47-news-infos/1937-die-roemische-weinkelter-von-odernheim-am-glan-im-fokus.html

https://openscience.ub.uni-mainz.de/items/4bfd9ec0-f96f-403e-9cb4-7c5f9fd7235a/full

Wie die Römer Wein gemacht haben, Studie von Dimitri Van Limbergen und Paulina Komar von den Universitäten Gent und Warschau

https://www.spektrum.de/news/antike-weinherstellung-dank-dolia-schufen-die-roemer-spitzenweine/2204877

Im Chianti wuchsen vor 2000 Jahren weiße Reben - Traubenkern-Analyse unter Leitung von Forschern der University of York https://www.vinetur.com/de/20260616102710/ancient-dna-shows-chianti-grew-white-grapes-2000-years-ago.html

Produktion: Woody T. Herner - Studio Woodworks. Homepage: www.wood-works.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Es kamen Traubenkerne hervor und damit der Befund klar, es ist eine römische Weingelder.

00:00:06: Meine These seit Jahren in Rhein-Hessen hat man nicht aufgepasst.

00:00:12: Auch dieses sogenannte Plere dieser qualitativ dünne Wein war natürlich als Grundnahrungsmittel hoch willkommen.

00:00:21: Sie haben viel Produktives aus anderen Kulturen aufgenommen.

00:00:26: das ist eine der großen Leistungen dieser römischen Kultur Und die sollten wir uns da auch immer zum Vorbild nehmen.

00:00:34: Wissen, Geschichte und Kultur zum Hören.

00:00:37: Der

00:00:37: Podcast

00:00:38: der Gesellschaft für die Geschichte des Weines.

00:00:40: Mein Name ist Werner Eckert.

00:00:42: Es ist ja sowas wie eine Binsenweisheit.

00:00:44: Die Römer haben den Weinbau nach Deutschland gebracht.

00:00:47: Wie bei allen Binsern mag da was dran sein Aber so wirklich wissen tut man es meistens ja dann doch nicht.

00:00:52: Wir fragen deshalb heute unser Wein Und die alten Römern Was gibt's da Neues aus der Forschung?

00:01:00: den Gesprächspartner schlechthin für sie im Angebot, Professor Michael Matthäus.

00:01:05: Historiker jahrzehntelang Leiter des Arbeitsbereichs mittler und neuere Geschichte- und vergleichende Landesgeschichte an der Johannes Gutenberg Universität Mainz, langjähriger Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Romundundund.

00:01:20: Er hat zu vielem geforscht aber immer wieder auch zur Weingeschichte.

00:01:27: Trinken denn nun Menschen auf dem Gebiet des heutigen Deutschland mutmaßlich Wein?

00:01:33: Ja, dann kann man schon einiges zu sagen.

00:01:35: Denn es fing ganz sicher nicht mit den Römern an.

00:01:39: Die Kelten haben Wein jedenfalls in erheblichen Mengen was die Führungsschicht angeht getrunken.

00:01:48: Neure Untersuchungen deuten darauf hin dass durchaus auch Personen der Mittelschicht Handwerker etwa schon Wein getrunken haben.

00:01:57: Das ist mit der spannenden Frage verbunden, gab es schon in kältischer Zeit Weinbau?

00:02:04: Genau!

00:02:04: Ist das importierter Wein gewesen oder eben selbst angebauter?

00:02:08: Wir

00:02:08: müssen davon ausgehen dass in diesen importierten zum Teil sehr kostbaren Trinkgefäßen die die Kälten nutzten importierte Wein verzehrt konsumiert wurde.

00:02:22: Wir können aber eigentlich gar nicht ausschließen, dass die Kelten selbst auch schon Wein angebaut haben.

00:02:30: Es fehlen dafür bisher Nachweise, die können nicht durch schriftliche Quellen erbracht werden.

00:02:36: Die könnten nur durch archäologische Zeugnisse und Verwandte wie etwa archiportanische Zeugs erbracht werde.

00:02:45: Die fehlen bisher.

00:02:47: mit anderen Worten wir können Zeit Weinbau gegeben hat.

00:02:52: Eines ist ganz klar, mit den Römern wird die Weinkultur in Deutschland auf eine ganz andere Grundlage gehoben.

00:03:00: sie importieren eigentlich das technische Weinkultur Knowhow aus dem Mittelmeerraum und schenken uns das.

00:03:11: Das prägt unsere Weingeschichte bis

00:03:13: heute.".

00:03:14: Und es lässt sich ausgraben, man hat Römer Kältern gefunden in der Pfalz an der Mosel-Äthliche aber spektakulär war auch ein Fund, an dem sie in der Auswertung beteiligt waren im Odernheim am Clan.

00:03:30: Warum ist dieser Fund von vor zwei Jahren so spektakkulär?

00:03:34: Unter den deutschen Weinanbaugebieten konnten bisher nur die Mosel und die Falz für sich in Anspruch nehmen, dass es dort nachgewiesen römischen Weinbau gegeben hat.

00:03:46: Die Mosel war immer privilegiert.

00:03:48: Wir verdanken Schriftstellern wie dem wunderbaren Außen-Onius mit seiner Mosella eben die Gewissheit das schon in römischer Zeit dort Wein angebaut worden ist.

00:03:59: Seit den neunzehntsiebziger Jahren ist dann nach und nach an der Mosel eine römische Kälteranlage nach der anderen herausgekommen In der Fall dann eine in Umstein, das hat dazu geführt, dass wir nicht nur im Wissen um diese Weinkultur erheblich bereichert wurden.

00:04:16: Sondern auch wirklich sagen konnten, es ist nun für die beiden Anbaugebiete gesichert.

00:04:23: Allerdings sind gerade mal zwölf dreizehn Anlagen, die man in Deutschland bisher gefunden hat, konzentrieren sich von diesem einen Umsteiner felsichen Beispiel abgesehen.

00:04:35: auf den Raum östlich von Trier.

00:04:39: Und da dachte man immer, das hat etwas mit der Kaiserresidenz ...

00:04:42: Mit dem besonderen Status von Tria?

00:04:46: Ja und mit dem Konsumbedarf, den man natürlich in einer Kaiseresidenz benötigte.

00:04:52: Vermutet hat man schon immer auch, dass in anderen Regionen Weinbau betrieben wurde aber man wusste es nicht.

00:05:00: Seit dem August ist nun immer klarer geworden, dass ein Befund in Odernheim an Klaren, den man nicht deuten konnte.

00:05:11: Dass es sich dabei um eine römische Weinkälte

00:05:15: handelt.".

00:05:15: Und warum kann man da so sicher sein?

00:05:17: Das könnte doch auch ne Obstkälter oder was ganz anderes gewesen sein!

00:05:21: Nun,

00:05:22: ich stamme mütterlicherseits aus einer Winzerfamilie der Mittelmosele aus Grach.

00:05:27: Wo übrigens auch eine römische Weinkälter gefunden worden ist von der man heute leider nichts mehr sehen kann.

00:05:32: Man hat das damals eben noch nicht so zu würdigen gewusst.

00:05:36: Ich habe aber in meiner Studentenzeit das Glück gehabt mit dem damaligen Ausgräber Herrn Gillis eben auch ... laufende Grabungen an der Mosel erleben zu können.

00:05:46: Und besonders Brauneberg-West, Braunebergen.

00:05:50: in der Mittelmosel sind zwei Kälteranlagen herausgekommen.

00:05:52: Braunenberg-West war ich hautnah dabei als man dort die Mauern und alles das was von der Kältern noch überblieb zu tragen.

00:06:00: Als ich nun gebeten wurde mir diesen Befund den Odernheim am Klaren anzusehen da dachte ich meine Güte das ist ja fast eine Kopie dessen was du von der Moseln kennst.

00:06:10: Und so sind wir dann Schritt und Schritt dazu gekommen, vielfach durch ehrenamtliches Engagement immer das zu tun was man an der Mosel schon vor längerer Zeit getan hat.

00:06:22: Nämlich beispielsweise archipotanische Proben zu entnehmen um tatsächlich nachweisen zu können Ist da Wein angebaut worden oder hat man die Anlage möglicherweise für was ganz anderes benutzt?

00:06:34: Also das heißt, dass ist so eine interdisziplinäre Sache.

00:06:37: Man braucht auch Amplografen oder Botaniker, man braucht Biologen dazu und man braucht ganz viele Leute Spezialisten um sowas überhaupt rausarbeiten zu können.

00:06:48: Also ich betreibe ja seit Jahrzehnten große Projekte in Deutschland, in Italien.

00:06:52: Das sind immer interdisziplinär zusammengesetzte Teams die das machen.

00:06:56: Das kann der Historiker, der die Historikerin alleine gar nicht machen auch der Argeologe nicht und so ist es auch in diesem Fall gewesen.

00:07:03: wir haben Estrich, die noch in Situ da waren.

00:07:07: Die haben wir hier ins Leibniz Zentrum für Archeologie nach Mainz gebracht ins Institut für Steinkonservierung und haben, anders als das damals an der Mosel oder in der Fals möglich war, nun mal die Spezialisten untersuchen lassen.

00:07:22: Wie ist dieser Estrich denn zusammengesetzt?

00:07:25: Das ergeben es eindeutig.

00:07:27: Es ist das sogenannte Opposigninum.

00:07:29: Das sind spezielle sozusagen Auskleidungen, die man vor allen Dingen dann kostspielisch hergestellt hat wenn man Becken und Ähnliches wie Aqueducte brauchte, die nicht wasserdurchlässiges Material benötigten.

00:07:45: Das war also nach diesen chemischen Analysen gesichert.

00:07:49: Wir haben es hier mit diesem speziellen Estrich zu tun, den man braucht um solche Drehbecken und Becken, die man in einer Kälteranlage eben in der Römischer Zeit hat, um die herzustellen.

00:08:01: das zweite Element Wir haben aschopotanische Analysen gemacht, das hat man leider während der Ausgrabung versäumt.

00:08:10: Unsere Erwartungen waren minimal.

00:08:12: wir hatten eine wahre Hoffnung.

00:08:14: vielleicht findet man doch noch was und wundert im Institut für Archäologie an der Universität Mainz die ein deutliches Labor wieder reaktiviert haben um diese Untersuchungen durchführen zu können.

00:08:27: Es kamen Traubenkerne hervor.

00:08:29: Es kam Traubensstiche hervor, also alles das was man sich wünscht war plötzlich da und damit der Befund klar ist es eine Römische Weinkälter.

00:08:38: Genau, das ist der rauchende Kold.

00:08:40: wie man sagt wenn man mal Traubenkerne gefunden hat an einer Kältern dann ist es sehr unwahrscheinlich dass man dort Äpfel gepresst hat.

00:08:48: genau also man braucht sehr viele Dinge zusammen

00:08:51: auch

00:08:51: Sprachforscher unter Umständen um rauszukriegen wo die Römer schon Weinbau betrieben haben.

00:08:57: Ja, in der Tat.

00:08:58: Ich bin ja lange an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig gewesen und wir haben dort seit Jahren Jahrzehnten auch in meinem Institut für Kirchlandeskunde Zwischensprachwissenschaftlern und Historikern eng zusammengearbeitet.

00:09:12: die Ergebnisse sind faszinierend.

00:09:15: In einem Satz formuliert Auch die heutige deutsche Winzersprache ist in ihren fachsprachlichen Anteilen zu ganz hohen Teilen durch gallisch-römische Wörter geprägt.

00:09:29: Nicht bis hin zu Wörtern, die ich in meinem Dorf Krach an der Mosel noch kennengelernt habe.

00:09:35: Das ist die Gimme, die Gemma nicht für die Fruchtknospe.

00:09:38: Das is ein Lateinisches, auf lateinisches Wort zurückgehendes Ding.

00:09:44: und die Winzer, die dann im Mittelalter im zwölften, dreizehn Jahrhundert von Rhein- und Mosel ausgewandert sind zum Beispiel im Karpatenbogen in sieben Bürgen Die haben nicht nur den Weimau mitgenommen, die haben auch die Winzersprache mitgenommen und das haben unsere Sprachwissenschaftler eben festgestellt.

00:10:01: Und insofern kann man sagen, auch die Sprach- wissenschaft hat hier in diesem Konzert der Disziplinen eine ganz wichtige Rolle denn sie kann zeigen dass es auch in dieser Hinsicht eine große Konturität zwischen der Antike und dem folgenden Jahrhunderten gegeben hat im Grunde bis heutehin!

00:10:17: Die Winzerinnen und Winzer wissen das oft noch gar nicht Vermittler gallo-römischer Worte, Begriffe und damit Sachverhalte sind.

00:10:27: Weiß man denn welche Trauben man da angebaut hat zu römischer Zeit?

00:10:33: Also wenn man Kerne gefunden habt manchmal kann man ja sogar noch genetisches Material finden oder gibt es andere Möglichkeiten nachzuweisen oder plausibel zu machen welcher Rebsorten angebaut wurden?

00:10:46: Ja wir haben einmal natürlich die Schriftzeugnisse bei den antiken Agrar-Stellern, Plenius kennt über neunzig solcher Rebsort.

00:10:54: Die aber

00:10:54: oft recht kryptisch sind?

00:10:56: Die

00:10:56: sehr kryptig sind gibt im Moment eine junge italienische Kollegin die versucht diesem etwas auf die Spur zu kommen.

00:11:02: da darf man sehr gespannt sein.

00:11:03: Die Gesellschaft für Geschichte des Weines hat auch über die Einschläge Tagung schon kurz berichtet.

00:11:08: das sind so neuere Entwicklungen die sehr vielversprechend sind.

00:11:12: zum Amman eben auch seit einigen Jahren eigentlich seit zwei Jahrzehnten unterdessen Genanalysen zur Bestimmung von Rebsorten einsetzen kann.

00:11:21: Ich habe selbst vor vielen Jahren mal versucht, Rebsotten die in Schriftquellen des Mittelalters der frühen Neunzeit genannt werden sozusagen mit heutigen Rebsochten in Verbindung zu bringen.

00:11:32: Hab damals aber noch nicht die Möglichkeit gehabt, geneanalytische Erkenntnisse wie sie zu heunisch Rebe erzielt worden sind mit einzubeziehen.

00:11:41: also da hat man heute völlig andere Möglichkeiten auch der Erkenntnisgewinnung und man darf sehr gespannt sein, was da in Zukunft noch alles herauskommt.

00:11:49: Zurück nochmal auf Ihre Frage!

00:11:51: Wir wissen dass die Römer eine Fülle von verschiedenen Rebsorten haben.

00:11:55: es ist bisher auch bei der sogenannten Elbling Albusrebe noch in keinem Fall gelungen einen wirklich überzeugenden Zusammenhang zwischen damaligen und heutigen Rebsochten herzustellen.

00:12:05: Ich habe

00:12:06: eine spannende Sache gelesen, die widerlegen soll das der Elbling eine römische Rebe ist.

00:12:11: also man hat ja immer gesagt Das ist eine uralte Rebe, weil es gibt eine Rebe die Albe.

00:12:18: Die weiße Rebe sozusagen das soll der Elbling gewesen sein dass man da jetzt auch genetisch dran geht und sagt eigentlich müssen alle römischen Reben Traminer Erbgut haben in nennenswertem Umfang.

00:12:31: Und alles was jünger ist und Mittelalter erst angebaut wurde das ist von dieser heunisch Familie also einer ganz anderen alten Stammrebe betroffen.

00:12:42: Und deswegen, weil die Elbling eine heunische Variante ist und gar keinen oder praktisch kein Traminerpgut hat kann sie gar keine römische Riebe sein.

00:12:53: Also offensichtlich bin ich da sehr vorsichtig, weil ich kein Genetiker bin.

00:12:57: Und das ist sozusagen eine sehr komplexe Wissenschaft.

00:13:02: Ich nehme immer mit großem Interesse die Ergebnisse zur Kenntnis.

00:13:05: Die Heulichrewe ist vielleicht die im Moment mit am besten genetisch untersuchte Sorte wobei auch darstellt sich eben heraus wir reden nicht von einer Rebsorte Wir reden von Rebfamilien Mit allen möglichen Varianten übrigens auch Farbvarianten Roten Weißen und so weiter und sofort.

00:13:23: Ein wichtiges Ergebnis war zum Beispiel, dass die Heunich-Rebe eine große Rolle für den Riesling spielt.

00:13:28: Absolut!

00:13:30: Wo eben Traminer auch dann Heunig drin steckt und wahrscheinlich eine einheimische Wildrebe... Also das sind sehr komplexe Prozesse mit denen wir zu tun haben und es fällt nicht einfach.

00:13:45: das immer dann schon mit der römischen Zeit in Verbindung zu bringen.

00:13:49: Auch da gibt es erstaunliche neue Entwicklungen, etwa im Bereich der experimentellen Archäologie wo Kollegen aus Belgien und aus anderen Ländern eben jetzt versuchen weine herzustellen wie man annehmen darf dass sie in römischer zeit hergestellt worden sind.

00:14:08: Das, was man sich ja sagen kann ist, die Römer haben eine ungemeine Vielfalt an verschiedenen Weinqualitäten und Weinprodukten gehabt.

00:14:18: Auch das ist etwas, was wir sozusagen schon aus Marketing gründen.

00:14:22: jetzt wenn wir so was wie in O'danheim am Klaren entdecken unseren Winzerinnen und Winzern nochmal mit auf den Weg geben können denn damit können sie wuchern, wenn Sie in den USA war mal mehrfach dort, wenn sie da selbst in Kalifornien wo es großen Weinbau bedeutenden Weinbau gibt.

00:14:39: Wenn Sie denen erzählen unser Weinbau hat eine mehr Jahrtausend alte Tradition und zwar auch was die Qualitäten angeht dann erstaunen die und das sollte man auch in der Werbung viel deutlich an den Vordergrund

00:14:52: bringen.

00:14:52: Sie haben das angesprochen Es gab Vielfalt aber wie kann man sich vorstellen dass römische Weine in Deutschland zu diesem Zeitpunkt geschmeckt haben.

00:15:02: War das Blöre oder waren das Tropfen, wie man sie heute noch produzieren könnte?

00:15:07: Bleiben wir mal bei Odernheim am Klaren denn das ist ja nun wirklich das Weinambul-Dinahe die jetzt für sich mit dieser Kälte ein Anspruch nehmen können.

00:15:16: Ja!

00:15:16: Die Römer haben bei uns Wein angebaut und da das ganz nah an Rhein Hessen liegt Und die Römer natürlich diese Grenzen moderner Weinbaugebiete gar nicht kannten, dürfen eigentlich auch die Reihenhessen jetzt sagen.

00:15:30: Ja, auch bei uns haben die Römer Wein angebaut.

00:15:32: Was sind das für Weine?

00:15:34: Eine solche Anlage wie in Udernheim besteht aus drei Becken.

00:15:39: In dem einen Becken, das kann man sicher sagen wurde das Lesegut mit Füßen getreten etwas was heute nochmal den VDP weingüttern.

00:15:50: Gelegentlich Mode wird, weil das ein sehr schonendes Verfahren ist um die Trauben aufzubrechen.

00:15:58: Und was die antiken Agrarchefsteller schon immer beschwörend in den Blick nehmen, ist der sogenannte Vorlauf, der aus diesen ersten noch nicht mal richtig gepressten Trauben herauskommt.

00:16:11: Das ist die beste Qualität, die man erzielen kann.

00:16:17: Wir dürfen davon ausgehen, dass die Nahwinzerinnen und Winzer in der römischen Zeit eben auch schon die besonderen Christenzen erzeugt haben.

00:16:28: Die Meische wird dann sozusagen unter die mechanische Presse gelegt – oftmals eine große Baumkälter jedenfalls bei den bedeutenden Einrichtungen.

00:16:39: Und das sind Traditionen, die dann jahrhundertlang zum Teil bis ins zwanzigste Jahrhundert weiterreichen.

00:16:45: Mit diesen Pressvorgängen konnte man natürlich wiederum unterschiedliche Qualitäten erzeugen – bis zur letzten Presse, die in der Tat eher Plöre gegeben hat.

00:16:55: aber auch da Vorsicht!

00:16:57: Denn Wein ist nicht nur kultisch sehr wichtig gewesen sondern immer auch Grundnahrungsmittel gewesen.

00:17:04: Das heißt auch diese sogenannte Plöhre dieser Dünne Qualitativ dünne Wein war natürlich als Grundnahrungsmittel hoch willkommen.

00:17:14: Und wenn wir in der momentanen Klimahitze sicher nicht zu dem ganz... Alkoholreichen Tropfen greifen, dann vielleicht doch eher zu dem Alkuhlarmen was bei der letzten Pressung herausgekommen ist.

00:17:28: Die Rhein-Hessen sind ja gewöhnt auch ihre Schorle oder die Felser ihr Bitzler zu trinken.

00:17:35: das hat eben auch Traditionen die in Grunde bis in die römische Zeit zurückgehen.

00:17:40: Die römer haben spitze Weine produziert mit solchen Anlagen.

00:17:43: sie haben aber ganz schlichte alkoholarme vielleicht noch nicht alkohollose Aber Alkoholarme war eine produzierte Konten somit ein breites Spektrum an Konsumentenbedürfnissen befriedigen.

00:17:57: Und die haben ja dann anschließend, das zeigen ja eben auch Studien, Sie haben das kurz angesprochen, die armenische georgische Ausbaumethoden mit denen der Römer vergleichen.

00:18:10: Sie hatten ähnliche Tongefäße, gelagert waren, kann man sich dann die Weine so vorstellen wie diese georgischen Quaveri-Weine bzw.

00:18:22: ein bisschen so wie heute die Orangeweine?

00:18:25: Ja da wäre ich etwas vorsichtig weil man wird schon ernehmend dürfen dass diese schweren alkoholreichen Weine, die übrigens nicht nur in römischer Zeit sondern bis weit ins XIX Jahrhundert hinein aus dem Mittelmeerraum weiterhin auch ins nördliche Europa transportiert worden sind berühmte Marke zum Beispiel der Malvasia den Martin Luther noch geschätzt hat und der zu den Spitzenchristenzen der damaligen Zeit jahrhundert lang zählt.

00:18:52: Also sowas hat lange Tradition, bei uns wird man eher weniger mit diesen Hochprozentern rechnen können sondern wie heute auch eher die Binner der Mosel geboren.

00:19:05: da war das leichte Möselchen, das war ein begehrter Wein.

00:19:09: Ich stelle mit großer Freude fest, dass die Mosel jetzt wieder eher vom Trend her zurückkehrt zu diesen nicht so ganz starken alkoholreichen Weinen.

00:19:18: Mit Restsüße der Kabi ist ja wieder in

00:19:21: Wunderbare Tropfen.

00:19:23: Also man wird auch in römischer Zeit hier dieses spezifisch der Landschaft angepasste Spektrum sich auch in unseren Breiten so vorstellen dürfen.

00:19:31: Aber

00:19:32: oxidativer möglicherweise?

00:19:34: auch farblich eben oxidativ, das heißt eher brauntönend als weiß und rot.

00:19:41: Also dass es weiß und rote gegeben hat... sicher anzunehmen.

00:19:46: Das wurde auch bei den Krabungen, den Kelterkrabungen an der Mosel deutlich.

00:19:50: Dort hat man Stoffe gefunden mit denen man offenbar auch Weine durchaus noch mal etwas röter gestalten konnte als sie dann vielleicht waren.

00:19:58: Ansonsten weiß man erstaunlich wenig über die genauen Rebsorten deren Qualitäten.

00:20:05: aber nochmal wenn man sich jetzt an die berühmten Kläser, die römischen Gläser erinnert und sich die vor Augen führt wie sie in den Museen in Trier aber eben auch in der Römer Halindenbad Kreuznach ausgestellt werden.

00:20:17: Da können wir jetzt mit Sicherheit sagen, da wurden nicht nur teure Importweine aus dem Mittelmeerraum, die es natürlich gegeben hat und die ihn am Fohren ausgebaut worden sind getrunken sondern eben auch einheimische tolle Christenzen!

00:20:33: Die sollen auch im Gegensatz zum Mittelmeerraum in Holzfässern gelagert worden sein.

00:20:38: Kann man das behaupten?

00:20:40: Das kann man nicht nur behaupte, wir haben eine Fülle von bildlichen Darstellungen solcher Holzfesser.

00:20:44: eines der bekanntesten ist sicher.

00:20:46: Der sogenannte Neumagender Weinschiff.

00:20:50: Was natürlich ein wichtiges Zeugnis für die Schifffahrt ist, die eben ganz wesentlich war auf diesen Wasserverkehrsachsen schon in römischer Zeit.

00:21:01: noch vor wenigen Jahren jemand behauptet, in diesen Holzfässern des Neumagener sogenannten Weinschiffs hätte ja auch Bier transportiert werden können.

00:21:11: Das ist nicht ganz falsch!

00:21:13: Ich sage immer die Holzfesser waren nicht nur Weinfässer sie waren im Grunde die Container der Vormoderne In diesem Fall das Neumagenerschiff.

00:21:24: es steht für mich völlig außer Zweifel auch nach dem Nachweis der lokalen Produktion, dass in diesen Fässern natürlich Einheimische zumindest auch transportiert wurde.

00:21:35: Was nicht ausschließt?

00:21:36: Dass man die teuren Christensen aus dem Mittelmeerraum darin transportiert hat.

00:21:43: Wenn man jetzt überlegt... In Odernheim hat man überraschend mehr oder minder Funde ... die sehr wichtig sind.

00:21:53: Man hat ja auch dort schon mal Funde gemacht, die dann leider nicht so richtig eingeordnet worden sind.

00:22:00: Wo würden Sie denn vermuten, dass man mehr finden kann?

00:22:05: Auch an der Nahe und in Rhein-Hessen.

00:22:07: Wo sind sozusagen die Orte, wo heute die Reste von Kältern oder von Weinkultur gesucht werden müssten?

00:22:19: Also wer ... kennen im Moment aus Deutschland vierzehn, ich meine fünfzehn Anlagen aus römischer Zeit die eben als sicher identifizierte römische Wein-Kälteranlagen nachgewiesen werden konnten.

00:22:34: Man geht bisher immer noch davon aus dass zu einer solche römischen Kälter eine drei Beckenanlage sein muss.

00:22:40: das ist eine These die für die Mosel postuliert wurde.

00:22:43: Ich glaube das greift zu kurz.

00:22:46: Man muss auch mit kleineren Anlagen rechnen, hinzukommt.

00:22:50: Archäologisch fassen wir nur die aufwendigen Anlagen, die in Stein gebaut wurden.

00:22:56: Wir können davon ausgehen im Mittelalter beispielsweise hat man jahrhundertelang solche steinernen Anlagen inklusive des wasserundurchdringlichen Estrich gar nicht konstruieren können.

00:23:06: das heißt vieles ist wieder in Holzgefäßen in Holzgeräten passiert.

00:23:11: auch das müssen wir für römische zeit annehmen dass es ein großes Dunkelgebiet, wenn wir so wollen was wir eben weder in den Schriftquellen noch in den archäologischen Zeugnissen greifen können.

00:23:22: Mit anderen Worten der Weinbau ist wohl sehr viel ausgedehnt dann auch praktiziert worden in römischer Zeit als dass die gesicherten archäological Zeugnisse derzeit erkennen lassen.

00:23:34: und es kommt noch etwas anderes hinzu.

00:23:37: Es war oft der Zufall wie in Odernheim am Klaren auch Wenn man mich nicht gebeten hätte dazu zu kommen wüssten wir mit großer Wahrscheinlichkeit nichts von einer römischen Weinpresse.

00:23:48: Man hätte gesagt irgendeine römisches Gebäude, irgendein

00:23:51: römische Struktur die man nicht identifizieren konnte und das wäre dann zugeschüttet worden ein Einfamilienhaus darüber gebaut worden.

00:23:58: das wär es gewesen.

00:23:59: Hinzu kommt dass fast alle Anlagen die wir bisher von der Mosel und dem einen Fall aus der Falz kennen sind im Rahmen von Umstrukturierungsprozessen, sogenannten Flurbereinigungen entdeckt worden.

00:24:13: Nur wenn man damals aufgepasst hat konnte man die erkennen.

00:24:17: meine These seit Jahren auf den Vorträgen vertreten.

00:24:21: in Rhein-Hessen hat man nicht aufgepasste.

00:24:24: Die hatte es an der sogenannten Rheinfond mit Sicherheit gegeben.

00:24:29: Ich würde aber die Prognose wagen Wenn wir mit dem wissen was jetzt durch den Neufunden noch mal geschafft worden ist wenn man dabei Baumaßnahmen die ja weiterhin anstehen werden in Orten, wo man annehmen darf.

00:24:44: Dass sie auch für die Römer schon interessant gewesen sind um dort Rebenflächen anzulegen.

00:24:50: Wenn man das systematisch darauf achtet dann wären wir noch viele tolle Überraschungen der Leben.

00:24:56: Darauf hoffen wir alle ein bisschen.

00:24:57: letzte Frage Die Römern haben also hier Wein angebaut.

00:25:01: Sie haben gemeinsam mit den hier lebenden Menschen diesen Wein ja auch getrunken und das ist ja auch zum Teil zumindestens erhalten geblieben.

00:25:10: Sie haben das erwähnt als Ursprung des heutigen deutschen Weinbaus, haben die Römer auch Weinkulturgrund gelegt?

00:25:22: Ich würde mal so sagen sie haben wie die Röhmer das in anderen Bereichen auch gemacht haben viel Produktives aus anderen Kulturen aufgenommen.

00:25:31: Das ist eine der großen Leistungen dieser römischen Kultur und die sollten wir uns da auch immer zum Vorbild nehmen, nicht Abschottung gegenüber Migranten, gegenüber anderen Kulturen sondern immer überlegen was bringen sie an wertvolle mit?

00:25:45: Und heißen wir sie dann willkommen und integrieren sie, integriern wird das was sie bei produktiven mitbringen.

00:25:52: und so haben die Römer gelernt von den Phönizien von den Etruskan von den Griechen Und das, was uns an römischer Meinkultur vermittelt worden ist bis hin in die Technik hinein.

00:26:03: Ist von den Römern in vielfacher Weise weiterentwickelt worden.

00:26:06: aber sie selber sind Erben dieser großen Menschheits-Kulturgeschichte für die die Weinkulturgeschichte insgesamt steht.

00:26:14: Sind Sie es mit ihren vielen tausend Jahren eine der ältesten Kulturformen überhaupt?

00:26:19: Die wir als menschlich bedeutende Kulturform identifizieren können.

00:26:23: und Wir sind erbende Römer und tragen ihre Kultur weiter

00:26:27: Glücklicherweise.

00:26:29: Über die Römer und den Wein, über neue Erkenntnisse.

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